Faire Produktionsbedingungen bedeuten, dass Kleidung unter menschenwürdigen, sicheren und transparenten Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Dazu zählen faire Löhne, geregelte Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit und langfristige Partnerschaften entlang der gesamten Lieferkette. Was heißt eigentlich „faire Produktionsbedingungen“?
Arbeitsrealität in der konventionellen Textilproduktion
In vielen konventionellen Textilbetrieben weltweit ist der Arbeitsalltag von starkem Zeitdruck und niedrigen Kosten geprägt. Produziert wird überwiegend in Ländern mit geringen Lohn- und Sozialstandards, um Kleidung möglichst günstig anbieten zu können.
Ein typischer Arbeitstag beginnt oft früh am Morgen und endet spät am Abend. Arbeitszeiten von 10 bis 12 Stunden sind keine Seltenheit, besonders in Hochphasen. Pausen sind kurz, Überstunden häufig nicht freiwillig und nur unzureichend vergütet.
Die Löhne liegen in vielen Fällen unterhalb eines existenzsichernden Einkommens. Trotz Vollzeitarbeit reicht das Gehalt oft kaum für Miete, Nahrung, medizinische Versorgung oder Bildung. So entsteht ein dauerhafter wirtschaftlicher Druck auf ganze Familien.
Unsichere Bedingungen und fehlende Absicherung
In vielen Produktionsstätten mangelt es an:
- ausreichendem Arbeitsschutz
- sicheren Gebäuden
- ergonomischen Arbeitsplätzen
- Schutz vor Lärm, Hitze oder Chemikalien
Soziale Absicherung wie Krankenversicherung, Mutterschutz oder Rentenansprüche ist oft nicht vorhanden oder unzureichend.
Kinder als Teil des Problems – nicht als Einzelfall
Unter diesen Bedingungen kommt es in der konventionellen Textilproduktion leider auch vor, dass Kinder in Produktionsprozesse eingebunden werden. Häufig geschieht dies nicht offen in großen Fabriken, sondern:
- in kleinen Zulieferbetrieben
- in Heimarbeit
- in frühen Produktionsschritten wie Sortieren, Spinnen oder Vorbereiten von Materialien
Kinderarbeit entsteht dabei meist nicht aus freier Entscheidung, sondern aus wirtschaftlicher Not. Wenn Erwachsene keinen Lohn erhalten, der zum Leben reicht, arbeiten Kinder oft mit, um das Familieneinkommen zu sichern.
Kinderarbeit ist somit kein isoliertes Problem, sondern eine Folge von Niedriglöhnen, fehlender sozialer Absicherung und intransparenten Lieferketten.
Warum niedrige Preise diese Strukturen begünstigen
Extrem günstige Kleidung entsteht selten zufällig. Der Preisdruck wird entlang der gesamten Lieferkette weitergegeben – bis er dort ankommt, wo Menschen am wenigsten geschützt sind.
Konventionelle Modeproduktion basiert häufig auf:
- kurzfristigen Aufträgen
- austauschbaren Arbeitskräften
- fehlender Verantwortung für vorgelagerte Produktionsstufen
Die wahren Kosten bleiben unsichtbar.
Was faire Produktionsbedingungen dem entgegensetzen
Faire Produktionsbedingungen setzen bewusst einen anderen Schwerpunkt. Sie zielen darauf ab, systemische Probleme zu vermeiden – nicht nur einzelne Symptome.
Dazu gehören:
- faire, existenzsichernde Löhne, die Familien ein Leben ohne wirtschaftlichen Zwang ermöglichen
- geregelte Arbeitszeiten und bezahlte Überstunden
- sichere Arbeitsbedingungen und Gesundheitsvorsorge
- keine Kinder- oder Zwangsarbeit
- Transparenz entlang der gesamten Lieferkette
- langfristige Partnerschaften statt kurzfristiger Preisverhandlungen
Faire Produktion bedeutet Verantwortung – für Menschen, Umwelt und Qualität.
Der bewusste Weg von LANA
Bei LANA ist faire Produktion keine Randnotiz, sondern Grundlage unseres Handelns.
Wir setzen auf transparente Lieferketten, langfristige Beziehungen und Bedingungen, die Menschen ein würdiges Arbeiten ermöglichen – ohne Ausbeutung, ohne Druck, ohne Wegsehen.
Denn wir sind überzeugt:
Mode darf niemals auf Kosten von Menschen entstehen – egal ob Erwachsene oder Kinder.
Aus genau diesem Grund sind die meisten unserer Artikel GOTS-zertifiziert.
Das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) steht nicht nur für ökologische Materialien, sondern auch für strenge soziale Kriterien entlang der gesamten Lieferkette – von der Rohstoffgewinnung bis zur Konfektion. Faire Arbeitsbedingungen, soziale Verantwortung und Transparenz sind feste Bestandteile dieses Standards und decken sich mit unseren eigenen Werten.
Faire Mode ist für uns kein Trend, sondern eine Haltung.